Augenarzt-Praxis Prof. Dr. med. Hirneiß

Augenarzt-Praxis Prof. Dr. med. Hirneiß

Glossar

Glossar

Willkommen in unserem Patienten-Glossar. Hier erklären wir wichtige Begriffe rund um Augen, Sehen und augenärztliche Untersuchungen verständlich und kompakt. So können Sie Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten besser einordnen.

Alterssichtigkeit

Alterssichtigkeit (Presbyopie) – Wenn das Lesen in der Nähe schwerer wird

Die Alterssichtigkeit ist eine natürliche Veränderung des Sehens, die bei fast allen Menschen ab der Mitte des 40. Lebensjahres auftritt. Sie ist keine Krankheit, sondern ein normaler Alterungsprozess der Augenlinse.

Was passiert bei der Alterssichtigkeit?

Damit wir Gegenstände in unterschiedlichen Entfernungen scharf sehen können, verändert die Augenlinse ihre Form. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse jedoch an Elastizität. Dadurch fällt es dem Auge immer schwerer, auf nahe Objekte scharfzustellen.

Typische Anzeichen sind:

  • Unscharfes Sehen beim Lesen oder bei der Arbeit am Smartphone
  • Das Bedürfnis, Texte weiter weg zu halten
  • Schnelle Ermüdung der Augen bei Naharbeit
  • Kopfschmerzen oder Augenbeschwerden nach längerem Lesen
  • Schlechteres Sehen bei schwacher Beleuchtung

Wer ist betroffen?

Alterssichtigkeit betrifft nahezu jeden Menschen, unabhängig davon, ob zuvor eine Fehlsichtigkeit wie Kurz- oder Weitsichtigkeit bestand. Die ersten Beschwerden treten meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf und nehmen über mehrere Jahre langsam zu.

Wie wird die Alterssichtigkeit festgestellt?

Eine augenärztliche Untersuchung oder ein Sehtest beim Augenoptiker kann feststellen, ob eine Alterssichtigkeit vorliegt und welche Korrektur erforderlich ist.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Alterssichtigkeit kann nicht verhindert werden, lässt sich jedoch sehr gut korrigieren:

  • Lesebrillen für Tätigkeiten im Nahbereich
  • Gleitsichtbrillen, die scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen ermöglichen
  • Kontaktlinsen, beispielsweise multifokale Kontaktlinsen
  • Operative Verfahren, die in sehr ausgewählten Fällen eine Alternative zur Brille darstellen können

Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt von den individuellen Sehgewohnheiten und den persönlichen Bedürfnissen ab.

Wann sollte man eine Augenuntersuchung durchführen lassen?

Wenn Lesen oder Arbeiten in der Nähe zunehmend anstrengend wird oder die Sehschärfe nachlässt, empfiehlt sich eine augenärztliche Untersuchung. Dabei kann nicht nur die Alterssichtigkeit festgestellt werden, sondern auch andere Augenerkrankungen können frühzeitig erkannt werden.

Wichtig: Alterssichtigkeit ist ein normaler Teil des Älterwerdens. Mit einer passenden Sehhilfe können die meisten Betroffenen ihren Alltag weiterhin komfortabel und beschwerdefrei gestalten.

Auge und internistische Erkrankungen

Die Augen als Spiegel der Gefäße

Unsere Augen ermöglichen nicht nur das Sehen – sie können auch wichtige Hinweise auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems geben. Da die Blutgefäße der Netzhaut direkt sichtbar sind, lassen sich Veränderungen häufig frühzeitig erkennen.

Wie beeinflussen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Augen?

Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), Herzrhythmusstörungen oder Diabetes können die feinen Blutgefäße im Auge schädigen. Dadurch kann die Durchblutung der Netzhaut beeinträchtigt werden, was zu Sehstörungen und in schweren Fällen sogar zu einem dauerhaften Sehverlust führen kann.

Mögliche Auswirkungen auf die Augen

Bluthochdruck

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Gefäße der Netzhaut schädigen. Häufig bleiben diese Veränderungen zunächst unbemerkt. Im Verlauf können jedoch verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auftreten. Wichtig ist aber auch für den Internisten, ob der Augenarzt Veränderungen sieht, um eventuell die Blutdrucktherapie zu optimieren.

Gefäßverschlüsse im Auge

Verschließt sich eine Arterie oder Vene der Netzhaut, kann dies zu einem plötzlichen, meist schmerzlosen Sehverlust führen. Solche Gefäßverschlüsse stehen oft mit allgemeinen Gefäßerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Risikofaktoren in Zusammenhang.

Durchblutungsstörungen

Eine verminderte Blutversorgung des Auges oder des Sehnervs kann zu Gesichtsfeldausfällen oder einer plötzlichen Sehverschlechterung führen. Diese Beschwerden sollten immer umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Diabetes mellitus

Diabetes zählt zu den wichtigsten Ursachen für Veränderungen der Netzhaut. Eine sogenannte diabetische Retinopathie kann lange Zeit ohne Beschwerden verlaufen und erst in fortgeschrittenen Stadien das Sehvermögen beeinträchtigen.

Warnzeichen, die ernst genommen werden sollten

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn folgende Beschwerden auftreten:

  • Plötzlicher Verlust des Sehvermögens
  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
  • Gesichtsfeldausfälle
  • Lichtblitze oder plötzlich vermehrte schwarze Punkte im Sichtfeld
  • Vorübergehende Erblindung auf einem Auge

Diese Symptome können auf eine Durchblutungsstörung oder einen Gefäßverschluss hinweisen und erfordern eine rasche Abklärung.

Warum sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig?

Bei einer augenärztlichen Untersuchung können Veränderungen der Netzhautgefäße oft früh erkannt werden. Dadurch lassen sich Hinweise auf bislang unentdeckte Herz-Kreislauf-Erkrankungen gewinnen oder bestehende Erkrankungen besser überwachen.

Regelmäßige Kontrollen sind besonders wichtig für Menschen mit:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Erhöhten Blutfettwerten
  • Herzrhythmusstörungen
  • Bekannten Gefäßerkrankungen
  • Familiärer Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Was können Sie selbst tun?

Ein gesunder Lebensstil trägt dazu bei, Augen und Herz gleichermaßen zu schützen:

  • Blutdruck regelmäßig kontrollieren
  • Blutzucker und Cholesterinwerte gut einstellen lassenv
  • Auf das Rauchen verzichten
  • Regelmäßige Bewegung in den Alltag integrieren
  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Fazit

Die Gesundheit der Augen und des Herz-Kreislauf-Systems ist eng miteinander verbunden. Veränderungen an den Gefäßen des Auges können wichtige Hinweise auf allgemeine Gefäßerkrankungen liefern. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Sehfähigkeit langfristig zu erhalten. Bei plötzlichen Sehstörungen sollte immer unverzüglich eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Glaskörpertrübungen (Mouches volantes)

Wenn kleine Punkte, Fäden oder Schatten durch das Blickfeld wandern

Viele Menschen bemerken im Laufe ihres Lebens kleine dunkle Punkte, Fäden oder netzartige Strukturen, die besonders beim Blick auf helle Flächen wie den Himmel, eine weiße Wand oder einen Bildschirm sichtbar werden. Diese Erscheinungen werden als Glaskörpertrübungen oder umgangssprachlich als „fliegende Mücken“ (Mouches volantes) bezeichnet.

Was sind Glaskörpertrübungen?

Der Glaskörper ist eine klare, gelartige Substanz, die den größten Teil des Augeninneren ausfüllt. Mit zunehmendem Alter verändert sich seine Struktur: Die gelartige Masse wird flüssiger, und feine Fasern können sich verdichten. Diese Verdichtungen werfen Schatten auf die Netzhaut und werden als schwebende Punkte oder Fäden wahrgenommen.

Wie äußern sich Glaskörpertrübungen?

Typische Beschwerden sind:

  • Kleine schwarze oder graue Punkte im Sichtfeld
  • Fäden, Schlieren oder netzartige Strukturen
  • Bewegliche Schatten, die mit den Augenbewegungen „mitschwimmen“
  • Bessere Sichtbarkeit vor hellem Hintergrund

Die Trübungen bewegen sich meist verzögert mit dem Auge und lassen sich nicht direkt fixieren.

Sind Glaskörpertrübungen gefährlich?

In den meisten Fällen sind Glaskörpertrübungen harmlos und Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Sie treten häufig ab dem mittleren Lebensalter auf, können aber auch bei jüngeren Menschen vorkommen, insbesondere bei Kurzsichtigkeit.

Das Gehirn gewöhnt sich oft mit der Zeit an die Trübungen, sodass sie als weniger störend empfunden werden.

Wann sollte man einen Augenarzt aufsuchen?

Eine augenärztliche Untersuchung ist besonders wichtig, wenn die Beschwerden plötzlich auftreten oder sich deutlich verändern.

Suchen Sie umgehend eine Augenarztpraxis oder eine Augenklinik auf bei:

  • Plötzlich stark zunehmenden Glaskörpertrübungen
  • Lichtblitzen im Auge
  • Einem „Rußregen“ aus vielen kleinen schwarzen Punkten
  • Schatten oder einem dunklen Vorhang im Gesichtsfeld
  • Plötzlicher Sehverschlechterung

Diese Symptome können auf einen Netzhautriss oder eine Netzhautablösung hinweisen und sollten rasch abgeklärt werden.

Wie werden Glaskörpertrübungen untersucht?

Durch eine augenärztliche Untersuchung mit Pupillenerweiterung können Glaskörper und Netzhaut beurteilt werden. Dabei wird geprüft, ob die Beschwerden durch harmlose Veränderungen des Glaskörpers oder durch eine behandlungsbedürftige Netzhauterkrankung verursacht werden.

Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

Bei harmlosen Glaskörpertrübungen ist in der Regel keine Behandlung erforderlich. Viele Betroffene nehmen die Trübungen nach einiger Zeit deutlich weniger wahr.

In seltenen Fällen, wenn die Beschwerden das Sehen erheblich beeinträchtigen, können spezielle Behandlungsverfahren in Betracht gezogen werden. Ob diese sinnvoll sind, muss individuell augenärztlich beurteilt werden.

Fazit

Glaskörpertrübungen sind meist eine normale Veränderung und in den meisten Fällen ungefährlich. Wichtig ist jedoch, neu auftretende oder plötzlich zunehmende Trübungen augenärztlich untersuchen zu lassen, um ernsthafte Veränderungen der Netzhaut rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen tragen dazu bei, die Gesundheit Ihrer Augen langfristig zu erhalten.

Glaukom – Was Sie als Patient wissen sollten

Das Glaukom, umgangssprachlich auch „grüner Star“ genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung weltweit – und dabei oft vermeidbar, wenn es rechtzeitig erkannt wird.

Was ist ein Glaukom?

Beim Glaukom werden die Nervenfasern des Sehnervs langsam und schmerzlos geschädigt. In den meisten Fällen ist ein erhöhter Augeninnendruck zu messen, aber auch bei normalem Druck kann ein Glaukom entstehen. Das Tückische: Sie bemerken die Erkrankung lange Zeit nicht, weil das zentrale Sehen lange erhalten bleibt. Erst spät fallen Einschränkungen im Gesichtsfeld auf – dann sind bereits irreversible Schäden entstanden.

Wer ist gefährdet?

Bestimmte Faktoren erhöhen Ihr Risiko:

  • Alter über 40 Jahre – das Risiko steigt mit zunehmendem Alter
  • Familiäre Vorbelastung – Glaukom bei Eltern oder Geschwistern
  • Erhöhter Augeninnendruck
  • Starke Kurz- oder Weitsichtigkeit
  • Dunkle Hautfarbe – statistisch höheres Risiko
  • Diabetes, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen

Welche Symptome treten auf?

Das häufigste Glaukom (Offenwinkelglaukom) verläuft schleichend und ohne Schmerzen. Erst im fortgeschrittenen Stadium bemerken Betroffene:

  • Einschränkungen im seitlichen Sehen
  • „Tunnelblick“
  • Unsicherheit beim Treppensteigen oder Autofahren
  • Blendung und Schwierigkeiten bei Lichtveränderungen

Ein akutes Glaukom (Winkelblockglaukom) ist hingegen ein Notfall mit plötzlichen, starken Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und verschwommenem Sehen – hier sofort in die Augenklinik!

Wie wird das Glaukom festgestellt?

Ihr Augenarzt nutzt mehrere Untersuchungen:

Untersuchung Was wird geprüft?
Augendruckmessung (Tonometrie) Druck im Augeninneren
Gesichtsfeldprüfung (Perimetrie) Peripheres Sehen
Sehnervbeurteilung (Funduskopie, OCT) Zustand des Sehnervs
Hornhautdickenmessung (Pachymetrie) Korrektur der Druckwerte


Wichtig:
Da das Glaukom keine frühen Symptome verursacht, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr entscheidend.

Wie wird behandelt?

Einmal verlorenes Sehen kann nicht wiederhergestellt werden – aber das Fortschreiten lässt sich aufhalten:

  1. Augentropfen – senken den Augeninnendruck; müssen täglich und dauerhaft angewendet werden
  2. Laserbehandlung – verbessert den Abfluss des Kammerwassers
  3. Operation – wenn Tropfen und Laser nicht ausreichen, selten auch primär4

Die konsequente Anwendung der Tropfen ist der wichtigste Faktor für den Behandlungserfolg. Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, setzen Sie die Therapie nicht eigenmächtig ab.

Was können Sie selbst tun?

  • Termine einhalten – regelmäßige Kontrollen mit Bildgebung beim Augenarzt
  • Tropfen zuverlässig anwenden – am besten zu festen Uhrzeiten
  • Allgemeinerkrankungen gut einstellen – Blutdruck und Blutzucker kontrollieren
  • Nicht rauchen – Rauchen verschlechtert die Durchblutung des Sehnervs
  • Angehörige informieren – bei familiärer Vorbelastung sollten auch Geschwister und Kinder zur Vorsorge gehen

Fazit

Das Glaukom ist eine ernste, aber gut behandelbare Erkrankung – vorausgesetzt, sie wird früh erkannt. Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorge und nehmen Sie Ihre Therapie ernst. So können Sie Ihr Sehvermögen langfristig schützen.

Grauer Star (Katarakt)

Wenn die Augenlinse mit der Zeit trüb wird

Der Graue Star, medizinisch Katarakt, ist eine der häufigsten Augenerkrankungen im höheren Lebensalter. Dabei kommt es zu einer zunehmenden Trübung der natürlichen Augenlinse, wodurch das Sehen allmählich schlechter wird. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam und kann heutzutage sehr erfolgreich behandelt werden.

Was ist der Graue Star?

Die Augenlinse liegt hinter der Pupille und sorgt dafür, dass Lichtstrahlen gebündelt auf die Netzhaut treffen. Im Laufe des Lebens verliert die Linse ihre Transparenz und wird zunehmend trüb. Dadurch gelangt weniger Licht ins Auge, und die Sicht wird unschärfer.

Der Graue Star ist keine „Schicht“ auf dem Auge und hat nichts mit dem Grünen Star (Glaukom) zu tun.

Welche Beschwerden können auftreten?

Typische Anzeichen eines Grauen Stars sind:

  • Verschwommenes oder unscharfes Sehen
  • Nachlassende Sehschärfe trotz neuer Brille
  • Erhöhte Blendempfindlichkeit, insbesondere bei Sonnenlicht oder nachts im Straßenverkehr
  • Schwierigkeiten beim Lesen oder Erkennen von Details
  • Verblasste oder weniger kontrastreiche Farben
  • Häufige Änderungen der Brillenstärke
  • Schlechteres Sehen bei Dämmerung und Dunkelheit

Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam über Monate oder Jahre.

Wer ist betroffen?

Der altersbedingte Graue Star tritt vor allem ab dem 60. Lebensjahr auf. Grundsätzlich kann jedoch jeder Mensch im höheren Lebensalter eine Katarakt entwickeln.

Bestimmte Faktoren können die Entstehung begünstigen:

  • Höheres Lebensalter
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Starke UV-Strahlung
  • Langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, beispielsweise Kortison
  • Augenverletzungen oder frühere Augenoperationen
  • Familiäre Veranlagung

Wie wird der Graue Star festgestellt?

Bei einer augenärztlichen Untersuchung kann die Linse mit speziellen Instrumenten beurteilt werden. Zusätzlich werden Sehschärfe und weitere wichtige Strukturen des Auges untersucht.

Wie wird der Graue Star behandelt?

Eine wirksame medikamentöse Behandlung gibt es derzeit nicht. Die einzige erfolgreiche Therapie ist eine Operation.

Dabei wird die getrübte natürliche Linse entfernt und durch eine klare künstliche Linse ersetzt. Der Eingriff gehört weltweit zu den häufigsten und sichersten Operationen und wird in der Regel ambulant durchgeführt.

Ablauf der Operation

  • Lokale Betäubung durch Augentropfen oder eine örtliche Betäubung
  • Entfernung der getrübten Linse über einen kleinen Schnitt
  • Einsetzen einer künstlichen Intraokularlinse
  • Dauer des Eingriffs: etwa 15 bis 20 Minuten

Nach der Operation verbessert sich das Sehvermögen häufig bereits innerhalb weniger Tage.

Was ist nach der Operation zu beachten?

In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollten die verordneten Augentropfen regelmäßig angewendet werden. Außerdem sollten die Nachsorgetermine eingehalten werden, damit der Heilungsverlauf kontrolliert werden kann.

Verhalten in den ersten Tagen nach einer Kataraktoperation

Nach einer Kataraktoperation heilt das Auge in der Regel rasch und komplikationslos. Dennoch sollten Sie in den ersten Tagen einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um die Heilung zu unterstützen und das Risiko für Infektionen oder Druckerhöhungen im Auge zu verringern.

In den ersten Tagen sollten Sie vermeiden:

Nicht am Auge reiben oder drücken

Auch wenn das Auge leicht juckt oder ein Fremdkörpergefühl besteht, sollten Sie das operierte Auge nicht reiben oder berühren.

Kein Wasser, Shampoo oder Seife ins Auge gelangen lassen

Beim Duschen und Waschen sollten Sie darauf achten, dass kein Wasser oder Reinigungsmittel direkt in das Auge gelangt.

Keine schweren Lasten heben

Vermeiden Sie schweres Heben und starke körperliche Anstrengungen, insbesondere Tätigkeiten, bei denen Sie pressen müssen.

Nicht stark bücken

Längeres oder häufiges Vorbeugen mit dem Kopf nach unten kann den Augeninnendruck vorübergehend erhöhen.

Kein Schwimmbad, keine Sauna und kein Whirlpool

Diese Aktivitäten sollten in den ersten Wochen vermieden werden, da sie das Risiko für Infektionen erhöhen können.

Keine staubigen oder schmutzigen Umgebungen

Staub, Schmutz oder Rauch können das Auge reizen und sollten möglichst gemieden werden.

Vorsicht beim Sport

Auf Sportarten mit Erschütterungen, Körperkontakt oder erhöhtem Verletzungsrisiko sollte zunächst verzichtet werden. Wann Sie wieder Sport treiben dürfen, besprechen Sie mit Ihrem Augenarzt.

Was ist erlaubt?

In der Regel können Sie bereits kurz nach der Operation:

  • Lesen und Fernsehen
  • Spazieren gehen
  • Leichte Hausarbeiten verrichten
  • Computer, Tablet oder Smartphone nutzen

Diese Tätigkeiten schaden dem Auge normalerweise nicht.

Augentropfen regelmäßig anwenden

Die verordneten Augentropfen sind ein wichtiger Bestandteil der Nachbehandlung. Sie helfen, Entzündungen vorzubeugen und die Heilung zu fördern. Wenden Sie die Tropfen genau nach Anweisung an.

Wann sollten Sie sofort Ihren Augenarzt kontaktieren?

Bitte suchen Sie umgehend augenärztliche Hilfe auf bei:

  • Starken Schmerzen
  • Deutlicher Sehverschlechterung
  • Zunehmender Rötung des Auges
  • Starker Lichtempfindlichkeit
  • Plötzlichen Lichtblitzen oder vielen neuen schwarzen Punkten im Sichtfeld

Fazit

Der Graue Star ist eine häufige altersbedingte Veränderung der Augenlinse, die zu einer zunehmenden Sehverschlechterung führt. Dank moderner Operationsverfahren kann die Erkrankung in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen dabei, den richtigen Zeitpunkt für eine Behandlung zu bestimmen und die Sehqualität langfristig zu erhalten.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Wenn das zentrale Sehen nachlässt

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung der Netzhaut und zählt zu den häufigsten Ursachen für Sehbeeinträchtigungen im höheren Lebensalter. Sie betrifft die Makula, den Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen, Lesen und Erkennen von Gesichtern verantwortlich ist.

Was ist die Makula?

Die Makula, auch „Gelber Fleck“ genannt, befindet sich im Zentrum der Netzhaut. Sie ermöglicht das scharfe und detailreiche Sehen. Wird dieser Bereich geschädigt, kann das zentrale Sehvermögen beeinträchtigt werden, während das periphere Sehen meist erhalten bleibt.

Welche Formen der AMD gibt es?

Trockene Makuladegeneration

Die trockene AMD ist die häufigste Form. Dabei lagern sich Stoffwechselprodukte unter der Netzhaut ab und die Sinneszellen der Makula werden nach und nach geschädigt.

Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam über Jahre.

Feuchte Makuladegeneration

Bei der feuchten AMD wachsen krankhafte Blutgefäße unter die Netzhaut ein. Diese können Flüssigkeit oder Blut abgeben und die Makula innerhalb kurzer Zeit schädigen.

Die feuchte AMD ist seltener, kann aber zu einem raschen Verlust des zentralen Sehvermögens führen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Typische Anzeichen sind:

  • Verschwommenes Sehen im Zentrum des Blickfeldes
  • Schwierigkeiten beim Lesen
  • Verzerrtes Sehen gerader Linien
  • Erhöhter Bedarf an Licht beim Lesen
  • Schwierigkeiten beim Erkennen von Gesichtern
  • Dunkle oder unscharfe Flecken in der Mitte des Sichtfeldes

Die Beschwerden treten meist schmerzlos auf.

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören:

  • Höheres Lebensalter
  • Rauchen
  • Familiäre Veranlagung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Blaue Augen und weibliches Geschlecht

Wie wird die Erkrankung festgestellt?

Bei einer augenärztlichen Untersuchung werden die Netzhaut und insbesondere die Makula beurteilt. Moderne Untersuchungsverfahren ermöglichen es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und den Verlauf zu überwachen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Trockene AMD

Für die trockene Form gibt es derzeit keine heilende Therapie. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um Veränderungen frühzeitig festzustellen. In bestimmten Fällen können spezielle Nahrungsergänzungsmittel empfohlen werden.

Feuchte AMD

Die feuchte AMD kann heute häufig erfolgreich behandelt werden. Dabei werden Medikamente in das Auge eingebracht, die das Wachstum krankhafter Blutgefäße hemmen und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.

Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Chancen, das Sehvermögen möglichst lange zu erhalten.

Was können Sie selbst tun?

Folgende Maßnahmen können helfen, die Augengesundheit zu unterstützen:

  • Nicht rauchen
  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten
  • Regelmäßige Bewegung
  • Blutdruck und Blutzucker gut einstellen lassen
  • Regelmäßige augenärztliche Kontrollen wahrnehmen
  • Bei neuen Sehveränderungen einen Augenarzt aufsuchen

Wann sollten Sie sich untersuchen lassen?

Wenn Sie bemerken, dass gerade Linien plötzlich verbogen erscheinen, das Lesen schwieriger wird oder sich ein dunkler Fleck im Zentrum Ihres Blickfeldes entwickelt, sollten Sie zeitnah eine augenärztliche Untersuchung durchführen lassen.

Fazit

Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine häufige Erkrankung der Netzhaut im höheren Lebensalter. Eine frühzeitige Diagnose und regelmäßige Kontrollen sind entscheidend, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und geeignete Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Moderne Therapien können insbesondere bei der feuchten Form dazu beitragen, das Sehvermögen möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.

Behandlung der feuchten Makuladegeneration

Frühzeitige Therapie kann das Sehvermögen schützen

Die feuchte altersbedingte Makuladegeneration (feuchte AMD) ist eine Erkrankung der Netzhaut, bei der krankhafte Blutgefäße unter der Makula wachsen. Diese Gefäße können Flüssigkeit oder Blut abgeben und dadurch das zentrale Sehvermögen schädigen. Ohne Behandlung kann es innerhalb kurzer Zeit zu einer deutlichen Sehverschlechterung kommen.

Dank moderner Therapien kann das Fortschreiten der Erkrankung heute häufig verlangsamt und das Sehvermögen oft stabilisiert werden.

Wie funktioniert die Behandlung?

Die Standardtherapie der feuchten AMD besteht in der Gabe sogenannter Anti-VEGF-Medikamente. Diese Wirkstoffe hemmen einen Wachstumsfaktor (VEGF), der für die Bildung der krankhaften Blutgefäße verantwortlich ist.

Durch die Behandlung können:

  • Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut zurückgehen
  • Blutungen vermindert werden
  • Das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden
  • Die Sehschärfe stabilisiert oder teilweise verbessert werden

Wie wird das Medikament verabreicht?

Das Medikament wird durch eine Injektion in den Glaskörper des Auges eingebracht. Dieser Eingriff erfolgt ambulant unter sterilen Bedingungen.

Vor der Behandlung:

  • Wird das Auge gründlich desinfiziert
  • Erfolgt eine örtliche Betäubung mit Augentropfen
  • Wird das Medikament mit einer sehr feinen Nadel verabreicht

Die Injektion dauert nur wenige Sekunden und ist für die meisten Patienten kaum schmerzhaft.

Wie oft sind Behandlungen notwendig?

Die feuchte AMD ist meist eine chronische Erkrankung. Deshalb sind häufig mehrere Injektionen erforderlich.

Zu Beginn erfolgt oft eine Serie von Behandlungen in regelmäßigen Abständen. Anschließend richtet sich das weitere Vorgehen nach dem individuellen Krankheitsverlauf und den Untersuchungsergebnissen.

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um festzustellen, ob weitere Behandlungen notwendig sind.

Warum sind Nachkontrollen so wichtig?

Auch wenn sich das Sehvermögen verbessert oder stabil bleibt, kann die Erkrankung erneut aktiv werden. Moderne bildgebende Untersuchungen ermöglichen es, Flüssigkeit oder neue Gefäßveränderungen frühzeitig zu erkennen.

Eine konsequente Nachsorge trägt entscheidend zum langfristigen Behandlungserfolg bei.

Welche Risiken gibt es?

Die intravitreale Medikamentengabe gehört heute zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in der Augenheilkunde und gilt als sehr sicher.

Vorübergehend können auftreten:

  • Leichte Reizung oder Fremdkörpergefühl
  • Rötung des Auges
  • Tränendes Auge
  • Kleine Blutung an der Einstichstelle

Schwerwiegende Komplikationen sind selten, erfordern jedoch eine sofortige augenärztliche Behandlung.

Wann sollten Sie umgehend Ihren Augenarzt kontaktieren?

Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf bei:

  • Starken Schmerzen im Auge
  • Plötzlicher Sehverschlechterung
  • Zunehmender Rötung
  • Starker Lichtempfindlichkeit
  • Auftreten zahlreicher neuer schwarzer Punkte oder Schatten im Sichtfeld

Was können Sie selbst tun?

  • Nehmen Sie alle vereinbarten Kontrolltermine wahr.
  • Informieren Sie Ihren Augenarzt über Veränderungen Ihres Sehens.
  • Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise.
  • Verzichten Sie möglichst auf das Rauchen, da Rauchen ein wichtiger Risikofaktor für das Fortschreiten der AMD ist.

Fazit

Die Behandlung der feuchten Makuladegeneration hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Durch regelmäßige Anti-VEGF-Injektionen und engmaschige Kontrollen kann das Sehvermögen bei vielen Patienten langfristig stabilisiert und in manchen Fällen sogar verbessert werden. Entscheidend für den Behandlungserfolg sind eine frühzeitige Diagnose, die konsequente Durchführung der Therapie und die regelmäßige Nachsorge.

Erkrankungen der Netzhaut

Die Netzhaut – entscheidend für gutes Sehen

Die Netzhaut (Retina) ist eine dünne Gewebeschicht an der Innenseite des Auges. Sie nimmt Lichtreize auf und leitet diese über den Sehnerv an das Gehirn weiter. Nur durch eine gesunde Netzhaut ist scharfes und klares Sehen möglich.

Verschiedene Erkrankungen können die Netzhaut schädigen und das Sehvermögen beeinträchtigen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind oft entscheidend, um das Sehvermögen zu erhalten.

Häufige Erkrankungen der Netzhaut

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Die Makula ist der Bereich der Netzhaut, der für das scharfe zentrale Sehen verantwortlich ist. Bei der altersbedingten Makuladegeneration kommt es zu Veränderungen in diesem Bereich, die das Lesen, Erkennen von Gesichtern und andere Alltagstätigkeiten erschweren können.

Diabetische Netzhauterkrankung

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann die feinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen. Die sogenannte diabetische Retinopathie entwickelt sich oft über Jahre und verursacht zunächst häufig keine Beschwerden.

Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind für Menschen mit Diabetes besonders wichtig.

Netzhautgefäßverschlüsse

Verschlüsse von Arterien oder Venen der Netzhaut können zu einer plötzlichen Sehverschlechterung oder einem Sehverlust führen. Häufig bestehen gleichzeitig Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Gefäßrisikofaktoren.

Netzhautriss und Netzhautablösung

Wenn sich die Netzhaut von ihrer Unterlage ablöst, handelt es sich um einen augenärztlichen Notfall. Unbehandelt kann dies zu einem dauerhaften Verlust des Sehvermögens führen.

Welche Beschwerden können auf eine Netzhauterkrankung hinweisen?

Je nach Erkrankung können unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
  • Schwierigkeiten beim Lesen
  • Dunkle Flecken im Sichtfeld
  • Gesichtsfeldausfälle
  • Plötzliche Sehverschlechterung
  • Lichtblitze
  • Neu auftretende oder stark zunehmende schwarze Punkte („Mouches volantes“)
  • Ein dunkler Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld

Viele Netzhauterkrankungen verursachen anfangs nur geringe oder gar keine Beschwerden.

Wann sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen?

Eine rasche augenärztliche Untersuchung ist erforderlich bei:

  • Plötzlichem Sehverlust
  • Lichtblitzen
  • Plötzlich auftretenden zahlreichen schwarzen Punkten im Sichtfeld
  • Einem Schatten oder Vorhang vor dem Auge
  • Deutlicher Sehverschlechterung innerhalb kurzer Zeit

Diese Symptome können auf eine Netzhautablösung oder andere schwerwiegende Erkrankungen hinweisen.

Wie werden Netzhauterkrankungen untersucht?

Zur Beurteilung der Netzhaut stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung:

  • Augenhintergrunduntersuchung nach Pupillenerweiterung
  • Hochauflösende Netzhautbildgebung (OCT)
  • Farbfotografie der Netzhaut
  • Gefäßdarstellungen der Netzhaut
  • Gesichtsfelduntersuchungen

Diese Verfahren ermöglichen eine genaue Diagnose und Verlaufskontrolle.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und kann beispielsweise umfassen:

  • Medikamentöse Therapien
  • Injektionen in den Glaskörper des Auges
  • Laserbehandlungen
  • Operative Eingriffe an Netzhaut oder Glaskörper
  • Behandlung von Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck

Eine frühzeitige Therapie verbessert häufig die Chancen, das Sehvermögen zu erhalten.

Was können Sie selbst für Ihre Netzhautgesundheit tun?

  • Regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
  • Blutdruck und Blutzucker gut einstellen lassen
  • Auf das Rauchen verzichten
  • Sich ausgewogen ernähren
  • Regelmäßig körperlich aktiv sein
  • Neue Sehstörungen sofort abklären lassen

Fazit

Erkrankungen der Netzhaut gehören zu den wichtigsten Ursachen für Sehbeeinträchtigungen. Viele dieser Erkrankungen lassen sich heute früh erkennen und erfolgreich behandeln. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen und eine schnelle Abklärung neuer Sehstörungen sind entscheidend, um das Sehvermögen langfristig zu erhalten.

Fehlsichtigkeiten des Auges

Wenn das Auge nicht genau scharfstellt

Unter einer Fehlsichtigkeit versteht man eine Abweichung der Brechkraft des Auges, wodurch einfallende Lichtstrahlen nicht exakt auf der Netzhaut gebündelt werden. Die Folge ist unscharfes Sehen in der Nähe, in der Ferne oder in beiden Bereichen. Fehlsichtigkeiten sind weit verbreitet und können in den meisten Fällen sehr gut korrigiert werden.

Wie entsteht eine Fehlsichtigkeit?

Für scharfes Sehen müssen Hornhaut, Augenlinse und die Länge des Augapfels optimal aufeinander abgestimmt sein. Ist dies nicht der Fall, entsteht ein unscharfes Bild auf der Netzhaut.

Die häufigsten Fehlsichtigkeiten

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Bei der Kurzsichtigkeit ist der Augapfel meist zu lang oder die Brechkraft des Auges zu stark. Das Bild entsteht vor der Netzhaut.

Typische Beschwerden:

  • Unscharfes Sehen in der Ferne
  • Schwierigkeiten beim Erkennen von Straßenschildern oder entfernten Personen
  • Zusammenkneifen der Augen zum Scharfstellen

Nahe Gegenstände werden in der Regel gut erkannt.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Bei der Weitsichtigkeit ist der Augapfel meist zu kurz oder die Brechkraft des Auges zu schwach. Das Bild würde hinter der Netzhaut entstehen.

Typische Beschwerden:

  • Unscharfes Sehen in der Nähe
  • Schnelle Ermüdung beim Lesen
  • Kopfschmerzen oder Augenbrennen
  • Anstrengung beim konzentrierten Sehen

Jüngere Menschen können eine leichte Weitsichtigkeit oft noch durch die Anpassungsfähigkeit der Augenlinse ausgleichen.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Bei einer Hornhautverkrümmung ist die Hornhaut nicht gleichmäßig gekrümmt. Dadurch werden Lichtstrahlen unterschiedlich gebrochen.

Typische Beschwerden:

  • Verschwommenes oder verzerrtes Sehen
  • Unscharfes Sehen in Nähe und Ferne
  • Erhöhte Blendempfindlichkeit
  • Augenbeschwerden oder Kopfschmerzen

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Die Alterssichtigkeit ist keine klassische Fehlsichtigkeit, sondern eine natürliche Altersveränderung der Augenlinse. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse ihre Elastizität und kann sich schlechter auf nahe Entfernungen einstellen.

Typische Beschwerden:

  • Schwierigkeiten beim Lesen kleiner Schrift
  • Das Bedürfnis, Texte weiter weg zu halten
  • Erhöhter Lichtbedarf beim Lesen

Die Beschwerden beginnen meist in der Mitte des 40. Lebensjahres.

Wie werden Fehlsichtigkeiten festgestellt?

Durch eine augenärztliche Untersuchung oder einen Sehtest kann die Art und Stärke der Fehlsichtigkeit bestimmt werden. Dabei werden die Sehschärfe und die Brechkraft des Auges gemessen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Brillen

Brillen sind die häufigste und einfachste Möglichkeit, eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Je nach Bedarf kommen Einstärken-, Lese- oder Gleitsichtgläser zum Einsatz.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen können viele Fehlsichtigkeiten wirksam ausgleichen und bieten eine Alternative zur Brille.

Refraktive Chirurgie

In ausgewählten Fällen können operative Verfahren oder Laserbehandlungen die Fehlsichtigkeit dauerhaft korrigieren. Ob ein solcher Eingriff geeignet ist, muss individuell geprüft werden.

Warum sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig?

Veränderungen der Sehstärke können schleichend auftreten. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, die optimale Korrektur zu bestimmen und gleichzeitig mögliche Augenerkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Fazit

Fehlsichtigkeiten sind sehr häufig und können Menschen jeden Alters betreffen. Dank moderner Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten lassen sich Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit in den meisten Fällen erfolgreich korrigieren. Regelmäßige Augenuntersuchungen tragen dazu bei, eine gute Sehqualität und Augengesundheit langfristig zu erhalten.

Fehlsichtigkeiten im Kindesalter

Gutes Sehen ist wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes

Sehen spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung eines Kindes. Viele Fähigkeiten wie Lernen, Lesen, Schreiben, Bewegung und soziale Interaktion sind auf ein gutes Sehvermögen angewiesen. Fehlsichtigkeiten im Kindesalter sind häufig und bleiben oft lange unbemerkt, da Kinder ihre Sehprobleme selbst nicht erkennen oder mitteilen können.

Frühe Untersuchungen helfen dabei, Sehprobleme rechtzeitig zu entdecken und erfolgreich zu behandeln.

Welche Fehlsichtigkeiten können bei Kindern auftreten?

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Eine leichte Weitsichtigkeit ist bei kleinen Kindern normal. Ist sie jedoch stärker ausgeprägt, kann sie zu Sehbeschwerden oder Schielen führen.

Mögliche Anzeichen:

  • Schnelle Ermüdung beim Malen oder Lesen
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme
  • Häufiges Reiben der Augen

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Kurzsichtige Kinder sehen in der Nähe meist gut, haben jedoch Schwierigkeiten beim Sehen in die Ferne.

Mögliche Anzeichen:

  • Zusammenkneifen der Augen
  • Schwierigkeiten, die Tafel in der Schule zu erkennen
  • Sehr nahes Herangehen an Fernseher oder Bücher
  • Unsicherheit bei sportlichen Aktivitäten

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Bei einer Hornhautverkrümmung werden Bilder verzerrt oder unscharf wahrgenommen.

Mögliche Anzeichen:

  • Unscharfes Sehen in Nähe und Ferne
  • Kopfschmerzen
  • Augenbrennen
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit

Schwachsichtigkeit (Amblyopie)

Eine besondere Bedeutung hat die sogenannte Schwachsichtigkeit (Amblyopie). Dabei entwickelt sich das Sehvermögen eines oder beider Augen während der Kindheit nicht ausreichend.

Ursachen können sein:

  • Unbehandelte Fehlsichtigkeiten
  • Schielen
  • Große Unterschiede der Sehstärke zwischen beiden Augen
  • Angeborene Augenerkrankungen

Wird eine Amblyopie früh erkannt, bestehen oft sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Erfolgt die Diagnose zu spät, kann die Sehschwäche dauerhaft bestehen bleiben.

Schielen und Fehlsichtigkeiten

Schielen kann mit einer Fehlsichtigkeit zusammenhängen. Besonders bei stärkerer Weitsichtigkeit versuchen Kinder häufig, durch verstärkte Naheinstellung (Akkomodation) scharf zu sehen, wodurch ein Auge nach innen abweichen kann.

Eine frühzeitige Untersuchung ist wichtig, um eine normale Sehentwicklung zu fördern.

Wann sollten Kinder augenärztlich untersucht werden?

Eine augenärztliche Untersuchung ist sinnvoll:

  • Bei auffälligem Schielen
  • Bei familiärer Vorbelastung für Fehlsichtigkeiten oder Schielen
  • Bei Verdacht auf Sehprobleme
  • Bei Entwicklungs- oder Lernauffälligkeiten
  • Wenn ein Auge häufig zugehalten wird
  • Wenn das Kind über Sehbeschwerden klagt

Auch ohne Beschwerden können Vorsorgeuntersuchungen helfen, bisher unerkannte Sehprobleme aufzudecken.

Wie werden Fehlsichtigkeiten behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Art und Ausmaß der Fehlsichtigkeit.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • Brillenkorrektur
  • Spezielle Therapien bei Schwachsichtigkeit, beispielsweise das zeitweise Abdecken des besseren Auges
  • Regelmäßige augenärztliche Kontrollen
  • Behandlung eines vorhandenen Schielens

Ziel ist es, die Sehentwicklung optimal zu unterstützen und langfristige Einschränkungen zu vermeiden.

Was können Eltern beachten?

Achten Sie auf mögliche Hinweise für Sehprobleme:

  • Häufiges Zusammenkneifen der Augen
  • Kopfneigung beim Sehen
  • Auffälliges Schielen
  • Stolpern oder Unsicherheit beim Greifen
  • Geringe Konzentration bei Naharbeiten
  • Sehr kurzer Leseabstand

Bei solchen Beobachtungen sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Fazit

Fehlsichtigkeiten im Kindesalter sind häufig und können die Sehentwicklung, das Lernen und den Alltag beeinflussen. Da Kinder Sehprobleme oft nicht selbst bemerken, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ermöglichen in vielen Fällen eine normale Sehentwicklung und schaffen beste Voraussetzungen für Schule, Freizeit und Alltag.

Myopie-Management-Brillengläser bei Kindern

Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen gezielt verlangsamen

Kurzsichtigkeit (Myopie) nimmt weltweit deutlich zu, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Neben einer passenden Brille gibt es heute spezielle Myopie-Management-Brillengläser, die nicht nur für gutes Sehen sorgen, sondern auch das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit verlangsamen können.

Was ist Myopie?

Bei der Kurzsichtigkeit ist der Augapfel meist etwas zu lang. Dadurch werden Bilder vor der Netzhaut statt darauf scharfgestellt. Betroffene sehen in der Ferne unscharf, während das Sehen in der Nähe meist gut funktioniert.

Was sind Myopie-Management-Brillengläser?

Diese speziellen Brillengläser sind so entwickelt, dass sie:

  • in der Mitte klares Sehen ermöglichen (wie eine normale Brille)
  • gleichzeitig in der Peripherie (am Rand des Sehens) eine gezielte optische Wirkung erzeugen

Diese Randzone soll das sogenannte Wachstumssignal des Auges reduzieren, das sonst zur Zunahme der Kurzsichtigkeit beitragen kann.

Wie wirken diese Brillengläser?

Das Auge wächst in der Kindheit und Jugend noch. Bei Kurzsichtigkeit kann dieses Wachstum übermäßig stark sein. Myopie-Management-Brillengläser versuchen, dieses Wachstum zu beeinflussen, indem sie die optischen Signale auf der Netzhaut verändern.

Ziel ist:

  • Verlangsamung der Zunahme der Kurzsichtigkeit
  • Reduktion des Risikos hoher Myopie im Erwachsenenalter
  • Senkung des Risikos für spätere Netzhautprobleme

Für wen sind sie geeignet?

Myopie-Management-Brillengläser kommen vor allem infrage für:

  • Kinder und Jugendliche mit fortschreitender Kurzsichtigkeit
  • Familien mit starker Kurzsichtigkeit in der Vorgeschichte
  • Patienten mit zunehmender Myopie in kurzer Zeit

Ob diese Gläser geeignet sind, sollte individuell augenärztlich oder augenoptisch entschieden werden.

Was ist bei der Anwendung wichtig?

  • Regelmäßiges Tragen der Brille ist entscheidend für den Effekt
  • Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um die Entwicklung der Kurzsichtigkeit zu überwachen
  • Die Gläser ersetzen keine gesunden Sehgewohnheiten, sondern ergänzen diese

Weitere Maßnahmen im Myopie-Management

Neben speziellen Brillengläsern können auch weitere Faktoren helfen, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen:

  • Viel Zeit im Freien (täglich möglichst 1–2 Stunden)
  • Regelmäßige Pausen bei Naharbeit (z. B. Lesen, Bildschirm)
  • Ausreichender Leseabstand
  • Gute Beleuchtung beim Arbeiten in der Nähe

Fazit

Myopie-Management-Brillengläser sind eine moderne Möglichkeit, die Zunahme der Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu verlangsamen. Sie bieten scharfes Sehen im Alltag und können gleichzeitig langfristig dazu beitragen, das Risiko einer starken Kurzsichtigkeit zu reduzieren. Eine individuelle Beratung und regelmäßige Kontrolle sind dabei besonders wichtig.

Trockenes Auge (Sicca-Syndrom)

Wenn die Augen brennen, kratzen oder müde wirken

Das trockene Auge ist eine sehr häufige Augenerkrankung, bei der die Benetzung der Augenoberfläche gestört ist. Entweder wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder die Zusammensetzung des Tränenfilms ist verändert. Dadurch wird die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend geschützt.

Welche Aufgaben hat der Tränenfilm?

Der Tränenfilm bedeckt die Augenoberfläche und erfüllt wichtige Funktionen:

  • Er hält die Augen feucht und geschmeidig
  • Er schützt vor Staub, Keimen und Reizstoffen
  • Er sorgt für eine klare optische Oberfläche für scharfes Sehen

Ist der Tränenfilm gestört, kann es zu Beschwerden kommen.

Welche Beschwerden treten auf?

Typische Symptome des trockenen Auges sind:

  • Brennen oder Stechen der Augen
  • Fremdkörpergefühl („Sandkorngefühl“)
  • Gerötete Augen
  • Müde oder schwere Augen
  • Schwankendes oder verschwommenes Sehen
  • Tränende Augen (als Reaktion auf Trockenheit)
  • Lichtempfindlichkeit

Die Beschwerden können im Tagesverlauf schwanken und werden oft durch Bildschirmarbeit, trockene Luft oder Wind verstärkt.

Was sind mögliche Ursachen?

Das trockene Auge kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:

  • Längere Bildschirmarbeit (reduzierte Lidschlagfrequenz)
  • Klimaanlagen, Heizungsluft oder trockene Umgebung
  • Alterungsprozesse
  • Hormonelle Veränderungen
  • Kontaktlinsentragen
  • Bestimmte Medikamente
  • Entzündliche Erkrankungen der Augenlider (z. B. Lidrandentzündung)
  • Umweltreize wie Rauch oder Staub

Oft liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden.

Künstliche Tränen

Tränenersatzmittel in Form von Tropfen oder Gelen sind die wichtigste Grundlage der Behandlung. Sie befeuchten die Augenoberfläche und lindern die Beschwerden.

Lidrandpflege

Bei einer Störung der Meibom-Drüsen ist eine regelmäßige Reinigung der Lidränder wichtig, um die Qualität des Tränenfilms zu verbessern.

Weitere Maßnahmen

  • Bewusstes und regelmäßiges Blinzeln, besonders bei Bildschirmarbeit
  • Ausreichende Pausen bei längerer Bildschirmnutzung
  • Vermeidung trockener Luft (z. B. durch Luftbefeuchter)
  • Schutz vor Wind und Zugluft
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Medikamentöse Therapie

In bestimmten Fällen können entzündungshemmende Augentropfen oder spezielle Therapien notwendig sein. Diese werden individuell vom Augenarzt verordnet.

Wann sollte man zum Augenarzt gehen?

Eine augenärztliche Abklärung ist sinnvoll bei:

  • Anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden
  • Deutlicher Beeinträchtigung im Alltag
  • Verschwommenem Sehen trotz Benetzungstropfen
  • Wiederkehrender Rötung oder Reizung

Fazit

Das trockene Auge ist eine häufige, aber meist gut behandelbare Erkrankung. Obwohl die Beschwerden oft unangenehm sind, lässt sich die Lebensqualität in den meisten Fällen durch gezielte Maßnahmen deutlich verbessern. Eine individuelle Behandlung und regelmäßige Kontrolle helfen, die Augen langfristig gesund und belastbar zu halten.

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