Augenarzt-Praxis Prof. Dr. med. Hirneiß
Augenarzt-Praxis Prof. Dr. med. Hirneiß
Eingriffe und Behandlungen
Kataraktoperation (Operation des Grauen Stars)
Wenn die getrübte Linse durch eine klare Kunstlinse ersetzt wird
Die Kataraktoperation ist neben der intravitrealen Injektion der häufigste Eingriff in der Augenheilkunde und einer der häufigsten Eingriffe überhaupt. Sie wird durchgeführt, wenn die natürliche Augenlinse durch den Grauen Star (Katarakt) getrübt ist und das Sehen dadurch deutlich eingeschränkt wird.
Was ist der Graue Star?
Beim Grauen Star wird die Augenlinse langsam trüb. Dadurch wirkt das Sehen verschwommen, Farben erscheinen blasser und das Kontrastsehen nimmt ab. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und ist ein natürlicher Alterungsprozess.
Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation wird empfohlen, wenn:
- das Sehen im Alltag deutlich eingeschränkt ist
- Lesen, Autofahren oder Arbeiten schwierig werden
- eine Brille keine ausreichende Verbesserung mehr bringt
- Blendempfindlichkeit stark zunimmt
- Das Kontrast- und Farbensehen deutlich eingeschränkt ist
Der richtige Zeitpunkt wird individuell gemeinsam mit dem Augenarzt entschieden.
Wie läuft die Operation ab?
Die Kataraktoperation erfolgt in der Regel ambulant:
- Das Auge wird mit Tropfen oder einer Spritze betäubt
- In die Hornhaut des Auges werden kleine Schnitte gesetzt
- Die getrübte Linse wird mit Ultraschall zertrümmert und abgesaugt
- Anschließend wird eine klare künstliche Linse eingesetzt
- Die neue Linse bleibt dauerhaft im Auge
- Die gesetzten Schnitte dichten selbst ab
Die Operation dauert meist etwa 15–20 Minuten pro Auge.
Welche Linse wird eingesetzt?
Die natürliche Linse wird durch eine sogenannte intraokulare Linse (IOL) ersetzt. Es gibt verschiedene Linsentypen:
- Monofokale Linsen (gutes Sehen in einer Entfernung, meist Ferne)
- Multifokale oder trifokale Linsen (Sehen in mehreren Entfernungen)
- Torische Linsen (Korrektur einer Hornhautverkrümmung)
Die Auswahl erfolgt individuell nach Ihren Sehbedürfnissen.
Ist die Operation schmerzhaft?
Nein. Die Kataraktoperation ist in der Regel schmerzfrei. Durch die Betäubung spüren die meisten Patienten nur eine leichte Berührung oder Druckgefühl.
Was passiert nach der Operation?
Nach dem Eingriff:
- erhalten Sie Augentropfen zur Heilung und Infektionsprophylaxe
- ist eine Kontrolluntersuchung am Tag nach der Operation notwendig
- verbessert sich das Sehen meist innerhalb weniger Tage deutlich
- Dioptrien-Werte für eine eventuelle Brille werden ca. 3 Wochen später ermittelt
In den ersten Tagen sollte das Auge geschont werden.
Welche Risiken gibt es?
Die Kataraktoperation ist sehr sicher. Dennoch können selten Komplikationen auftreten, zum Beispiel:
- vorübergehende Sehschwankungen
- Entzündungen
- erhöhter Augeninnendruck
- Nachtrübung der Linsenkapsel (später gut behandelbar mit Laser)
Ihr Augenarzt wird Sie vor dem Eingriff ausführlich darüber informieren.
Welche Untersuchungen sind vor der Operation notwendig?
Notwendige Untersuchungen sind:
- Vermessung der Auges zur Bestimmung der richtigen Kunstlinse
- Hier ist insbesondere die Achslänge und optische Brechungsmessungen notwendig
- Messung der Zellen der Hornhautrückfläche (Endothel)
- Untersuchung der zentralen Netzhaut mit dem OCT
Danach erfolgt eine ausführliche Aufklärung und auf alle relevanten Fragen wird eingegangen.

Was ist nach der Operation zu beachten?
In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollten die verordneten Augentropfen regelmäßig angewendet werden. Außerdem sollten die Nachsorgetermine eingehalten werden, damit der Heilungsverlauf kontrolliert werden kann.
Verhalten in den ersten Tagen nach einer Kataraktoperation
Nach einer Kataraktoperation heilt das Auge in der Regel rasch und komplikationslos. Dennoch sollten Sie in den ersten Tagen einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um die Heilung zu unterstützen und das Risiko für Infektionen oder Druckerhöhungen im Auge zu verringern.
In den ersten Tagen sollten Sie vermeiden:
Nicht am Auge reiben oder drücken
Auch wenn das Auge leicht juckt oder ein Fremdkörpergefühl besteht, sollten Sie das operierte Auge nicht reiben oder berühren.
Kein Wasser, Shampoo oder Seife ins Auge gelangen lassen
Beim Duschen und Waschen sollten Sie darauf achten, dass kein Wasser oder Reinigungsmittel direkt in das Auge gelangt.
Keine schweren Lasten heben
Vermeiden Sie schweres Heben und starke körperliche Anstrengungen, insbesondere Tätigkeiten, bei denen Sie pressen müssen.
Nicht stark bücken
Längeres oder häufiges Vorbeugen mit dem Kopf nach unten kann den Augeninnendruck vorübergehend erhöhen.
Kein Schwimmbad, keine Sauna und kein Whirlpool
Diese Aktivitäten sollten in den ersten Wochen vermieden werden, da sie das Risiko für Infektionen erhöhen können.
Keine staubigen oder schmutzigen Umgebungen
Staub, Schmutz oder Rauch können das Auge reizen und sollten möglichst gemieden werden.
Vorsicht beim Sport
Auf Sportarten mit Erschütterungen, Körperkontakt oder erhöhtem Verletzungsrisiko sollte zunächst verzichtet werden. Wann Sie wieder Sport treiben dürfen, besprechen Sie mit Ihrem Augenarzt.
Was ist erlaubt?
In der Regel können Sie bereits kurz nach der Operation:
- Lesen und Fernsehen
- Spazieren gehen
- Leichte Hausarbeiten verrichten
- Computer, Tablet oder Smartphone nutzen
Diese Tätigkeiten schaden dem Auge normalerweise nicht.
Augentropfen regelmäßig anwenden
Die verordneten Augentropfen sind ein wichtiger Bestandteil der Nachbehandlung. Sie helfen, Entzündungen vorzubeugen und die Heilung zu fördern. Wenden Sie die Tropfen genau nach Anweisung an.
Wann sollten Sie sofort Ihren Augenarzt kontaktieren?
Bitte suchen Sie umgehend augenärztliche Hilfe auf bei:
- Starken Schmerzen
- Deutlicher Sehverschlechterung
- Zunehmender Rötung des Auges
- Starker Lichtempfindlichkeit
- Plötzlichen Lichtblitzen oder vielen neuen schwarzen Punkten im Sichtfeld
Fazit
Die Kataraktoperation ist eine bewährte, sichere und sehr effektive Methode, um das Sehen bei Grauem Star wieder deutlich zu verbessern. Durch den Einsatz moderner Kunstlinsen kann die Sehqualität in vielen Fällen erheblich gesteigert werden, sodass Alltag, Lesen und Autofahren wieder deutlich leichter möglich sind.

